11. November 2008

Die Bedrohung der Meere III: Was man tun kann

Wenn man sich eingehend mit dem Thema der Bedrohung der Meere beschäftigt, stellt sich zwangsläufig die Frage, was man denn dagegen tun kann. Ich selbst habe zum Beispiel in der Schule Kuchen verkauft und konnte der TURTLE FOUNDATION schliesslich eine Spende von 954.- CHF übergeben. Die TURTLE FOUNDATION ist eine staatlich anerkannte, gemeinnützige Stiftung und unterhält derzeit bedeutende Schutzprojekte für Meeresschildkröten auf den Kapverden und in Indonesien.

Auch als Verbraucher hat man eine gewisse Macht, die man im Sinne der Meere einsetzen kann und Fisch aus nachhaltiger Produktion zu kaufen und zum Beispiel auf das Sigel der WWF-Seafood-Group zu achten. Die WWF-Seafood-Group wurde 2007 vom WWF Schweiz ins Leben gerufen, unter anderem mit dem Ziel, bedrohte Fischarten zu erhalten. Mit ihrem Beitritt verpflichten sich die Detailhändler und Lieferanten, darunter auch die Migros, zur Förderung der nachhaltigen Fischerei und Fischarten und Meeresfrüchte aus überfischten Beständen aus ihrem Sortiment zu nehmen. Stattdessen werden Fische aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen und umweltgerechten Zuchten sowie MSC-Fisch aus Wildfang oder Biofisch angeboten. Die Migros hat sich zum Ziel gesetzt, schon bis im Mai 2009, nur noch Fisch aus nachhaltiger Produktion zu verkaufen. Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine unabhängige Organisation, die mit ihrem Namen für eine schonende und bestandserhaltende Fischerei garantiert. Der MSC wurde 1997 vom WWF und weiteren Teilnehmern als eine unabhängige, gemeinnützige Organisation gegründet. Ziel ist es, die Zukunft der Fischbestände, den Lebensraum Meer und die Existenzgrundlage von Fischern und ihren Familien langfristig zu sichern. Wichtig für die Kontrolle der MSC-Richtlinien ist die Rückverfolgbarkeit der Produkte. So kann zum Beispiel bei den Alaskalachsen anhand der Verkaufspackung eindeutig bestimmt werden, wann die Fische filetiert wurden und mit welchem Container der Transport in die Schweiz erfolgte.

Das ist natürlich nur Beispiele, es gibt viele andere Menschen, Organisationen, Verbände etc., die sich für den Schutz der Meere einsetzen. Doch leider besitzen diese zu wenig Macht um eine sofortige Wendung im Geschehen der Weltmeerespolitik zu erreichen. Diese Wendung ist aber notwendig, da sind sich Experten einig. Deswegen kommt es auf den Einzelnen an, die Macht dieser Organisationen zu verstärken.

Denn es gibt Alternativen, die eine winwin-Situation für die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft herbeiführen könnten und bei denen niemand mittel- und langfristig benachteiligt würde. Doch die Regierungen und die Fischereiindustrie wollen nicht hinhören, da sie Angst vor den kurzfristigen finanziellen Folgen haben. Wenn allerdings nichts geändert wird, wird es zu einer Entwicklung kommen, die auch den Menschen und die Fischerei in schlechte Zeiten führen wird. So muss also an den Verstand der Konsumenten, der Leute in den Regierungen und in der Fischereiindustrie appelliert werden, dem schützenswerten Wunderwerk Meer die dringend benötigte Zeit zu geben, um sich zu regenerieren.

Also: Jeder und jede kann mit seinem/ihrem Handeln etwas bewirken - im grossen wie auch im kleinen Rahmen -, man muss nur wollen! Die Links geben einige Anregungen, wo man mit seinem eigenen Verhalten, z.B. beim Einkauf, ansetzen kann.

Links:

Greenpeace Meer

WWF Meere und Küsten

WWF Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte

Turtle Foundation

Fischverkauf der Migros

30. October 2008

Die Bedrohung der Meere II: Greenpeace als Anwalt der Meere

Durch ein Interview mit Greenpeace konnte ich einen Einblick in die Arbeit einer international tätigen Umweltschutzorganisation gewinnen. Greenpeace kämpft seit 1975 für den Schutz der Meere und sieht die grösste Bedrohung in der Ausbeutung der Ozeane. Dank einer rasanten technologischen Entwicklung sind Leistungsfähigkeit, Reichweite und Stärke von Schiffen und Ausrüstung für den Raubbau an den Ozeanen so enorm gewachsen, dass die Natur es nicht mehr schafft, sich zu regenerieren. Wenn das so weitergeht, wird es weit reichende Folgen haben, sowohl für die Meeresumwelt als auch für die Menschen, die auf sie angewiesen sind. Weitere grosse Bedrohungen sind die unglaublich verschwenderischen modernen Fischereipraktiken und die Meeresverschmutzung. Durch doppelwandige Öltanker können Ölkatastrophen zumindest teilweise verhindert werden. Bis 2015 soll es auf den Weltmeeren nur noch doppelwandige Öltanker geben, sagt die Regulationsbehörde IMO (International Maritime Organization). Die Europäische Union verbietet die alten einwandigen Tanker sogar schon früher. Schlüsselprobleme, bei denen man ansetzten muss, sieht Greenpeace in der Piratenfischerei und der hohen Subventionierung des Fischfangs. Piratenfischer erzielen Fangquoten, die bereits an der Grenze des Realistischen gehalten werden. Greenpeace findet, dass das Geld welches zur Subventionierung des Fischfangs ausgegeben wird, statt dessen für die Etablierung von Meeresschutzgebieten oder für soziale und umweltschonende Maßnahmen eingesetzt werden sollte. Eine ökologisch nachhaltige und sozial verantwortliche Nutzung mit einem Netz von Meeresschutzgebieten ist unerlässlich, um die Einzigartigkeit und Artenvielfalt der Meere zu bewahren und bereits zerstörte Systeme zu regenerieren. Die Zukunft der Meere sieht nicht rosig aus, wenn sich im Fischfang nichts ändern wird, denn die Populationen schwinden durch die Überfischung in beängstigendem Tempo. Es ist nicht auszuschließen, dass noch in diesem Jahrhundert Rekordernten von Quallen die von Menschen normalerweise verzehrten Fischarten ersetzen werden. Solche Veränderungen gefährden die Meere in ihrer Struktur und Funktion. Gleichzeitig sind damit auch diejenigen bedroht, deren Lebensgrundlage immer schon das Meer gewesen ist. Doch Politiker ignorieren noch immer den Rat von Wissenschaftlern, was das richtige Management der Bestände und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Fischerei bei gefährdeten Arten angeht.

Eine sogenannte “winwin“-Situation gäbe es, wenn sich die Fischbestände durch weitläufige Schutzgebiete wieder erholen. Denn so ist schliesslich auch der Wirtschaft und der Gesellschaft gedient. Sobald nämlich die Fischbestände völlig zusammenbrechen bricht auch ein ganzer Wirtschaftszweig mit ein. Zu den Änderungsvorschlägen von Greenpeace gehören der Erhalt der Ökosysteme (Fangmethoden müssen so auf die erwünschte Fischart zugeschnitten sein, dass Beifang vermieden wird), die Bewirtschaftung soll stets nach dem Vorsorgeprinzip erfolgen (strenge Maßnahmen und Kontrollen müssen ergriffen werden, bevor ein Bestand überfischt ist), die Einführung eines Treibnetzverbotes in der Ostsee, die Reduzierung der weltweiten industriellen Fischerei um 50 Prozent, die Einrichtung von Meeresschutzgebieten zur ungestörten Entwicklung der Fischbestände, die Einführung eines strikten Fangverbotes in ökologisch sensiblen Gebieten, und viele mehr.

21. October 2008

Die Bedrohung der Meere I: Artenvielfalt in Gefahr

EURO<26-Member Nathalie Reinau beschäftigte sich in ihrer Maturarbeit mit der Bedrohung der Weltmeere. Für myrespect hat sie die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst, die wir hier im Blog in einer dreiteiligen Serie vorstellen.

«Wie und wodurch wird das Meer denn bedroht?», fragt sich vielleicht der Eine oder die Andere. Die Antwort ist einfach: Das Meer wird durch seinen einzigen Feind, den Menschen, bedroht. Mit unserem unverantwortlichen Handeln zerstören wir tagtäglich dieses einzigartige Ökosystem. Zu den Bedrohungen gehören die Verschmutzung durch Abfälle, Ölkatastrophen, die radioaktive Verseuchung, die Fischereiindustrie, die Klimaerwärmung, die Souvenirproduktion und die Besiedlung von Riffen.

Die Meeresschildkröte – um nur eines der vielen Fallbeispiele zu nennen - ist in ihren Beständen durch menschliche Einflüsse akut bedroht. Daher gilt seit Ende der achtziger Jahre ein weltweites Handelsverbot. Doch wie üblich wird auch dieses Verbot nicht überall eingehalten. So liegt laut UNEP der Wert von Schildpatt auf dem Weltmarkt heute bei ca. 5’000 Euro pro Kilogramm. Und besonders in Asien bleiben die Meeresschildkröten eine begehrte Delikatesse. Ein weiteres Vergehen liegt im Einsammeln der Eier. Zudem stehen heute an vielen Stränden, wo früher einmal Brutplätze waren, Hotelanlagen mit Bars und Liegestühlen. In den letzten Jahren ist auch der Beifang zu einer immer grösseren Bedrohung für die Meeresschildkröte geworden. So verenden Schätzungen zufolge jährlich mehr als 250′000 Tiere ungewollt als Beifang in den Netzen der Fischer. Auch die zunehmende Meeresverschmutzung gefährdet ihr Überleben. So können z.B. Lederschildkröten den im Wasser treibenden Kunststoffmüll nicht von ihrer «Leibspeise», den Quallen, unterscheiden. Immer wieder verenden sie an unverdaulichen Plastiktüten. Eine weitere Gefahr stellt der Schiffsverkehr dar. An einem der Hauptbrutgebiete, dem indischen Strand Orissa, fanden in einer einzigen Brutsaison schätzungsweise 20’000 durch Schiffsschrauben verstümmelte Tiere den Tod. Kompletten Beitrag lesen …

03. September 2008

Verkehrssicherheit erhöhen und umweltbewusster fahren mit EcoDrive

Neben den Kursen WAB4u 1 und 2, die für junge Fahrzeuglenker obligatorisch sind, bietet das Driving Center Veltheim auch freiwillige Kurse an, in denen du deine Fahrkünste perfektionieren kannst. Zum Beispiel den EcoDrive-Kurs. In diesem Kurs erlernst du einen Fahrstil, der die Umwelt, die anderen Verkehrsteilnehmer, dein Auto und nicht zuletzt dein Portemonnaie schont. Denn mit der richtigen, vorausschauenden Fahrweise bist du nicht nur sicherer unterwegs, sondern sparst zwischen 10 und 15 Prozent beim Treibstoffverbrauch – bei gleichem Tempo.

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08. August 2008

Klimawandel und Gerechtigkeit

Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch ein Gerechtigkeitsproblem. Durch den Anstieg der Temperaturen kommt es vermehrt zu Dürreperioden, der Boden trocknet aus, die Erträge der Bauern gehen zurück. Hungersnöte und Wasserknappheit sind die Folge. Die höheren Temperaturen wiederum führen zu stärkerer Verdunstung und Wolkenbildung. Heftige Unwetter, Stürme und Überschwemmungen sind die Folge.

Diese Auswirkungen des Klimawandels machen sich vor allem auf der Südhalbkugel bemerkbar, in Ländern, die selber kaum CO2 in die Atmosphäre blasen, und die sich außerdem nicht so gut wie industrialisierte Länder gegen die Auswirkungen des Klimawandels wappnen können. Im Jahr 1999 hat es erstmals mehr Umwelt- als Kriegsflüchtlinge gegeben. Im deutschen Umweltministerium geht man davon aus, dass sich die Zahl in den kommenden 20 Jahren vervierfachen wird und 100 Millionen Menschen aufgrund von Umweltkatastrophen ihre Heimat verlassen müssen. Experten gehen davon aus, dass diese Wanderungsbewegungen zu schwerwiegenden Konflikten und Auseinandersetzungen führen werden.

Selbst wenn es möglich wäre, den CO2-Ausstoß von heute auf morgen zu stoppen, würde sich die Atmosphäre über Jahrhunderte weiter aufheizen. Neben den Bemühungen CO2 einzusparen, müssen deswegen dringend Konzepte entwickelt werden, wie auf die unvermeidbaren und schon bestehenden Auswirkungen des Klimawandels humanitär und sozial reagiert werden kann.

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