Klimawandel und Gerechtigkeit
Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch ein Gerechtigkeitsproblem. Durch den Anstieg der Temperaturen kommt es vermehrt zu Dürreperioden, der Boden trocknet aus, die Erträge der Bauern gehen zurück. Hungersnöte und Wasserknappheit sind die Folge. Die höheren Temperaturen wiederum führen zu stärkerer Verdunstung und Wolkenbildung. Heftige Unwetter, Stürme und Überschwemmungen sind die Folge.
Diese Auswirkungen des Klimawandels machen sich vor allem auf der Südhalbkugel bemerkbar, in Ländern, die selber kaum CO2 in die Atmosphäre blasen, und die sich außerdem nicht so gut wie industrialisierte Länder gegen die Auswirkungen des Klimawandels wappnen können. Im Jahr 1999 hat es erstmals mehr Umwelt- als Kriegsflüchtlinge gegeben. Im deutschen Umweltministerium geht man davon aus, dass sich die Zahl in den kommenden 20 Jahren vervierfachen wird und 100 Millionen Menschen aufgrund von Umweltkatastrophen ihre Heimat verlassen müssen. Experten gehen davon aus, dass diese Wanderungsbewegungen zu schwerwiegenden Konflikten und Auseinandersetzungen führen werden.
Selbst wenn es möglich wäre, den CO2-Ausstoß von heute auf morgen zu stoppen, würde sich die Atmosphäre über Jahrhunderte weiter aufheizen. Neben den Bemühungen CO2 einzusparen, müssen deswegen dringend Konzepte entwickelt werden, wie auf die unvermeidbaren und schon bestehenden Auswirkungen des Klimawandels humanitär und sozial reagiert werden kann.
Schon die alten Babylonier schimpften auf die faule, gottlose, böse Jugend, mit der es beständig bergab gehe. Heute heisst es vielleicht nicht mehr »gottlos« und »böse«, aber Klagen von Erwachsenen über eine Jugend, die für nichts mehr eintritt und kämpft ausser ihren persönlichen Vorteil, hört man immer noch allerorten. Aber so wenig die Vorwürfe vor 5.000 Jahren stimmten, so wenig stimmen auch die heutigen. Ein Beispiel dafür ist Sarah Gerster, Studentin an der ETH Zürich, die ein halbes Jahr lang als freiwillige Helferin in einem Kinderheim in Ulan-Ude (Sibirien) gearbeitet hat. Wir haben mit ihr über ihre Aufgaben, ihre Motivation und ihre Erfahrungen gesprochen.
