08. August 2008

Klimawandel und Gerechtigkeit

Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern auch ein Gerechtigkeitsproblem. Durch den Anstieg der Temperaturen kommt es vermehrt zu Dürreperioden, der Boden trocknet aus, die Erträge der Bauern gehen zurück. Hungersnöte und Wasserknappheit sind die Folge. Die höheren Temperaturen wiederum führen zu stärkerer Verdunstung und Wolkenbildung. Heftige Unwetter, Stürme und Überschwemmungen sind die Folge.

Diese Auswirkungen des Klimawandels machen sich vor allem auf der Südhalbkugel bemerkbar, in Ländern, die selber kaum CO2 in die Atmosphäre blasen, und die sich außerdem nicht so gut wie industrialisierte Länder gegen die Auswirkungen des Klimawandels wappnen können. Im Jahr 1999 hat es erstmals mehr Umwelt- als Kriegsflüchtlinge gegeben. Im deutschen Umweltministerium geht man davon aus, dass sich die Zahl in den kommenden 20 Jahren vervierfachen wird und 100 Millionen Menschen aufgrund von Umweltkatastrophen ihre Heimat verlassen müssen. Experten gehen davon aus, dass diese Wanderungsbewegungen zu schwerwiegenden Konflikten und Auseinandersetzungen führen werden.

Selbst wenn es möglich wäre, den CO2-Ausstoß von heute auf morgen zu stoppen, würde sich die Atmosphäre über Jahrhunderte weiter aufheizen. Neben den Bemühungen CO2 einzusparen, müssen deswegen dringend Konzepte entwickelt werden, wie auf die unvermeidbaren und schon bestehenden Auswirkungen des Klimawandels humanitär und sozial reagiert werden kann.

05. August 2008

Ungerechtigkeit stört mich!

Schon die alten Babylonier schimpften auf die faule, gottlose, böse Jugend, mit der es beständig bergab gehe. Heute heisst es vielleicht nicht mehr »gottlos« und »böse«, aber Klagen von Erwachsenen über eine Jugend, die für nichts mehr eintritt und kämpft ausser ihren persönlichen Vorteil, hört man immer noch allerorten. Aber so wenig die Vorwürfe vor 5.000 Jahren stimmten, so wenig stimmen auch die heutigen. Ein Beispiel dafür ist Sarah Gerster, Studentin an der ETH Zürich, die ein halbes Jahr lang als freiwillige Helferin in einem Kinderheim in Ulan-Ude (Sibirien) gearbeitet hat. Wir haben mit ihr über ihre Aufgaben, ihre Motivation und ihre Erfahrungen gesprochen.

Wie sah deine Arbeit, dein Tagesablauf in dem Kinderheim aus?

Ich habe immer eine kleine Gruppe von etwa zwei bis vier Kindern betreut und mit ihnen in einem eigenen Saal etwas gespielt oder gebastelt. Vor allem gebastelt: Pompoms, Servietten-Rosen, Scherenschnitte, spezielle Zeichnungen usw. Aber wir haben auch gespielt, so etwas wie Tangram, Tschau-Sepp usw., gesungen und immer viel gelacht. Die Aktivitäten haben den Kindern gut gefallen, aber ich glaube, die Atmosphäre der kleinen Gruppe war fast noch wichtiger für sie. Jemanden zu haben, dem sie ihre Träume und Ängste erzählen können, auf den Schoss genommen zu werden, laut singen, schreien, lachen, weinen zu dürfen, ohne dass sofort Ruhe verlangt wird. Kompletten Beitrag lesen …

29. July 2008

Hochgesteckt: Die UN-Milleniumsziele

Kennst du die UN-Milleniumsziele? Das ist ein 8-Punkte-Programm, das im Zuge des sog. Milleniumsgipfels, der im Jahr 2000 in New York stattfand, entwickelt wurde. Die UN hatte zu diesem Anlass eine Bestandsaufnahme über die Lebenssituation aller Erdenbewohner erstellt und festgestellt, dass über eine Milliarde Menschen in extremer Armut leben. Mit extremer Armut ist gemeint, dass die betroffenen Menschen weniger als 1 US-Dollar pro Tag zum Lebensunterhalt zur Verfügung haben. Aus dieser bitteren Erkenntnis wurden folgende Ziele abgeleitet, die bis 2015 umgesetzt sein sollen:

  1. Bekämpfung von Armut und Hunger mit dem Ziel, dass es im Jahr 2015 gegenüber 1990 nur noch halb so viele Menschen gibt, die mit weniger als 1 US-Dollar am Tag überleben müssen.
  2. Vollständige Primarschulbildung für alle Jungen und Mädchen, denn je besser ausgebildet die Menschen sind, umso besser sind ihre Einkommensaussichten.
  3. Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen
  4. Reduzierung der Kindersterblichkeit, konkret: Senkung der Sterblichkeitsrate von Unter-fünf-Jährigen um zwei Drittel.
  5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern, konkret: Senkung der Müttersterblichkeitsrate um drei Viertel.
  6. Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten
  7. Ökologische Nachhaltigkeit durch Verbesserung des Umweltschutzes
  8. Aufbau einer globalen Entwicklungspartnerschaft

Wer sich für diese Ziele stark machen und dafür sorgen möchte, dass die Politiker auch den nötigen Druck bekommen, um konsequent auf diese hochgesteckten Ziele hin zu arbeiten, kann sich zum Beispiel bei folgenden Initiativen beteiligen:

Deine Stimme gegen Armut (Deutschland)

0.7% Gemeinsam gegen Armut (Schweiz)

Wie gut es dir im Vergleich zu den anderen Erdenbewohnern geht, kannst du auf globalrichlist.com ermitteln. Du wirst staunen!

Ausführlichere Infos Kompletten Beitrag lesen …

22. July 2008

Internet-TV für zukunftsfähigen Lebensstil

iturn.tv heißt das Schweizer Internet-Fernsehen für zukunftsfähigen und fairen Lebensstil. Ab dem Sommer wird es reguläre, regelmäßige Sendungen zu Themen wie Essen und Trinken, Körper und Gesundheit, Energie und Klima und anderen Bereichen geben. Schon jetzt kann man in diesem Clip sehen, was iturn.tv noch zu bieten hat:

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04. June 2008

Geld für alle

Was für eine Idee: Jede Bürgerin und jeder Bürger erhält ein Grundeinkommen vom Staat – unabhängig davon, ob sie erwerbstätig sind oder nicht. Utopie, ökonomischer Blödsinn oder doch ein Weg zu einer gerechteren Gesellschaft?

Die Idee

Ein bedingungsloses Einkommen für alle. Wie viel? Daniel Häni von der Initiative Grundeinkommen schwebt ein existenzsichernder Betrag vor um die 2.500 Franken. Wichtig: Das Geld würde nicht zum bisherigen Lohn hinzukommen, sondern wächst in den bestehenden hinein, das Gesamteinkommen würde sich also nicht verändern, lediglich seine Zusammensetzung. Ersetzen würde es alle Sozialleistungen, es sei denn, jemand benötigt mehr.

Neue Einstellllung zur Arbeit

Durch das Grundeinkommen würde sich die Einstellung zur Arbeit verändern: arbeiten, weil man will, nicht mehr, weil man muss. Es ermöglicht den Menschen, vermehrt das zu tun, was ihnen entspricht, bedeutet mehr Freiheit, wäre für alle eine Basis, sich selbstständig zu machen, initiativ zu werden, Risiken einzugehen. Ein weiteres Argument: Vollbeschäftigung wird es nie mehr geben, ein Einkommen ist aber ein Bürgerrecht, unabhängig von der Arbeit. Erwerbslose müssten mit dem Grundeinkommen nicht mehr den demütigenden Gang auf zig Ämter auf sich nehmen, um zu Geld zu kommen. In einer GEO-Umfrage fordern drei von vier Deutschen: «Der Staat sollte für alle einen Mindestlebensstandard garantieren.»

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