Ökostadt in der Wüste
Energiesparen war in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) bislang kein Thema. Warum sparsam mit etwas umgehen, über das man in Hülle und Fülle verfügt? Der Pro-Kopf-CO2-Ausstoß ist hier doppelt so hoch wie in den USA und mehr als viermal so hoch wie in den westeuropäischen Ländern. Kein Wunder, wenn Benzin billiger ist als Wasser. Auch verdankt dass Land seinen Reichtum der Tatsache, dass man in den vergangenen Jahrzehnten nicht sonderlich sparsam mit Öl umging. Allerdings verfügen die Scheichs über eine weitere Energiequelle, eine, die tatsächlich unerschöpflich ist, nämlich die Sonne.
Was mit Hilfe dieser Energiequelle möglich ist, soll ein spektakulärer Prototyp der Stadt der Zukunft zeigen: Vor den Toren Abu Dhabis entsteht ab 2015 eine komplett CO2-neutrale Stadt namens Masdar, in der 50.000 Einwohner leben können. Die Stromversorgung wird durch riesige Solar- und Windkraftanlagen vor den Toren der Stadt sichergestellt. Durch effiziente Energienutzung soll der Verbrauch um 75% gesenkt werden. Die Müllmenge soll durch konsequentes Recycling sogar um 98% reduziert werden. Morgentau wird gesammelt und in das Wassernetz eingespeist, das Abwasser wieder aufbereitet. Herkömmliche Autos sind in der Stadt nicht mehr erlaubt, nur noch Elektrowagen und öffentliche Verkehrsmittel.
Hintergrund für dieses gewaltige Vorhaben ist die Erkenntnis, dass die Ölvorkommen nicht ewig reichen werden und mit ihnen auch der Geldstrom versiegen wird. Mit der Ökostadt Masdar will man die VAE deswegen zu einem führenden Zentrum für erneuerbare Energien machen und sich damit den Reichtum von übermorgen sichern. Wenn das gelingt, sind die 15 Milliarden Doller Startkapital eine sehr sinnvolle Investition. Kompletten Beitrag lesen …

