18. November 2008

Die Schweiz profitiert von den Einwanderern

Wer in die Schweiz einwandert, soll sich an unsere Regeln halten, unsere Sprache lernen und sich gesellschaftlich engagieren, sagen Julia Morais und Thomas Kessler, die Integrationsbeauftragten der Kantone Zürich und Basel-Stadt. Im Interview erklären sie zudem, wie die Schweiz von der Migration für die Zukunft profitiert.

Was ist der Grund, dass Menschen in die Schweiz einwandern?

Julia Morais: Im Kanton Zürich geben 44% der Leute, die neu kommen, Erwerbstätigkeit als Grund an. Sehr viele sind hochqualifiziert. In Zürich sind die meisten Einwanderer Deutsche und haben die Italiener bei der wohnhaften Bevölkerung überholt.
Thomas Kessler: Historisch gesehen waren die Motive immer gleich: Verbesserung von Chancen über Arbeit oder Bildung, sozialer Aufstieg, teilweise auch durch eine gute Heirat. Die Motive hängen stark von der Wirtschaft und der Sicherheitslage ab. Seit 1860 ist bei uns wegen der Wirtschaftskraft und Industrialisierung die Einwanderung stärker als die Auswanderung, seither sind wir also ein Einwanderungsland. Heute ist die Einwanderung so stark wie nie mehr seit der Hochkonjunktur vor knapp 40 Jahren. Die Leute kommen, weil sie die Wirtschaft braucht. Aber: Waren es damals vorwiegend Hilfskräfte und körperlich arbeitende Menschen, kommen seit etwa zwölf Jahren vor allem hochqualifizierte Fachkräfte aus den Nachbarländern.

Wie wichtig ist Krieg als Grund für Migration?

Morais: Momentan ist ein ziemlicher Anstieg der Zahl von Flüchtlingen zu verzeichnen. Es handelt sich in der Mehrheit um Eritreer, Somalier und Nigerianer. Dennoch rechnet das Bundesamt für Migration mit weniger Gesuchen als in den Vorjahren, prognostiziert werden für 2008 rund 13 000 Gesuche. In den vergangenen Jahren gab es im Schnitt 17 000 Gesuche. Der Anteil an der gesamten Migrationsbevölkerung liegt im Kanton Zürich bei 1,4%. Grösstenteils werden sie in kurzer Zeit wieder zurückgeschickt.
Kessler: So viele Flüchtlinge wie während der Balkankrise kamen noch nie in die Schweiz: Gegen 50 000 Flüchtlinge in einem Jahr! Das war historisch einmalig. Interessanterweise war die damalige Herausforderung derart prägend, dass viele Politiker Migration noch immer im Licht der Neunzigerjahre diskutieren, statt auf die heutige Migration zu antworten: eine Migration von Fachkräften im globalen Wettbewerb, die zeigt, wie attraktiv die Schweiz als Land und wie stark unsere Wirtschaft ist.

Was macht Einwanderern am meisten Mühe?

Morais: Migranten aus bildungsfernem Umfeld die Sprache – ein Handicap in einer Wissensgesellschaft wie der unseren, in welcher der soziale Aufstieg nur über Bildung möglich ist. Aus diesem Grund gehen über 80% der Mittel in Information und Sprachkurse. Anders Deutsche, die aus Norddeutschland oder Berlin kommen. Sie kämpfen mit der Reserviertheit der Schweizer, die sich nicht so schnell öffnen.
Kessler: Die allermeisten Migranten sind ja hoch motiviert. Migration ist eine Anstrengung, die man auf sich nimmt, um die eigene Situation zu verbessern. Diesem Engagement sollte man mit Offenheit begegnen. Schliesslich profitiert die einheimische Bevölkerung ja von den Einwanderern.

In welcher Hinsicht?

Kessler: Sie gewinnt durch die Migration der Fachkräfte sowohl wirtschaftlich und somit auch hinsichtlich der Lebensqualität. Zudem verjüngt sich die Gesellschaft dank der Migration. Die Mehrheit der hiesigen Bevölkerung steht in der zweiten Lebenshälfte, die meisten Migranten aber in der ersten. Damit hat die Schweiz eine bessere Bevölkerungsperspektive als etwa südeuropäische Länder. Schaut man arme Gegenden Europas an, zeigt sich: Das sind jene, die keine Migration hatten, keinen Austausch, keine Integration von neue Ideen. Geschlossenheit und fehlende Offenheit führten zu Stillstand.

Aber dennoch existieren Ängste vor Kriminalität, Gewalt, Sozialmissbrauch und Ausländer, die uns Jobs wegnehmen…

Kessler: Neid und Ressentiments sind urmenschlich. Was dagegen hilft: Begegnung und Informationen, die mit Fakten belegt sind. Die Leute sollen verstehen lernen, dass die Schweiz als Forschungs- und Produktionsstandort sogar noch mehr Fachkräfte braucht. Denn bei uns werden beispielsweise immer noch zu wenig Ingenieure ausgebildet.
Morais: Ein Grund für die Ängste sind auch die Meldungen in den Medien: Wenn ein Schweizer ein Verbrechen verübt, wird die Nationalität nicht genannt. Tut aber ein Ausländer etwas, wird immer gleich die Herkunft genannt. So werden Ängste geschürt.

Aber viele haben das Gefühl, dass Menschen vom Balkan rascher dreinschlagen.

Kessler: Diese Ängste sind nachvollziehbar und haben einen realen Grund: Es ist eine Minderheit, die negativ auffällt und die überdurchschnittlich viele Gewaltdelikte begeht. Zu tun hat das mit ihrer Geschichte, ihrer Bildung, dem wirtschaftlichen Status. Es sind vor allem Secondos der Unterschicht aus Südosteuropa, aber auch aus Afrika und der Karibik. Es ist daher wichtig, dass Merkmale von Tätern genauer kommuniziert werden. Wird nur die Herkunft angegeben, entsteht ein unvollständiges Bild. Es muss auch über Aufenthaltsstatus, Geschlecht, Alter, Bildungsgrad informiert werden.

Morais: Nach acht Jahren Gewaltprävention in Schulen weiss ich: Es ist eine andere Kultur, mit Konflikten umzugehen. Jugendliche und Kinder aus bildungsfernen Familien haben weniger Gesprächskultur und vertreten andere Werte. Jungen, die sich nicht schlagen, gelten als schwach. Hier ist eine Wertevermittlung nötig. Sowohl die Schule trägt eine Verantwortung, vor allem aber auch die Eltern müssen in die Pflicht genommen werden.
Kessler: Unterdessen haben viele begriffen, dass nicht teure Jugendgefängnisse nachhaltig helfen, sondern nur Massnahmen wie Bildung, sozialer Aufstieg, Fordern und Fördern. Wir müssen noch mehr in junge Familien investieren, Schweizer und Ausländer. Ziel muss sein, Arbeitslosigkeit und Kriminalität zu vermeiden, ihr Potenzial zu nutzen.

Stichwort Sozialmissbrauch?

Kessler: Den Anteil der Sozialhilfebezüger ist bei den Südländern, die auf dem Bau gearbeitet haben, sehr hoch. Das Problem des Missbrauchs hat mit Systemfehlern, mit falschen Anreizen tun, die man beseitigen muss. Das Problem: Das Sozialsystem ist besser als das Arbeitssystem. Es ist zu stark auf das Verteilen von Geldern ausgerichtet, statt die wirklichen Bedürfnisse wie Bildung abzudecken. Wir stellen immer fest, dass die Arbeit zu wenig attraktiv ist und dass das Hilfssystem optimiert werden kann. Es kann nicht sein, dass schlechter dasteht, wer sich um Arbeit bemüht.

Von Fordern und Fördern ist auch in den Integrationsleitbildern die Rede. Was ist damit gemeint?

Kessler: Gefordert wird, dass die Migranten die Schweiz und ihre Regeln kennen. Wir sagen sehr deutlich, dass wir ein basisdemokratisches Volk sind, das sich selber Regeln gibt, an die man sich zu halten hat. Zudem muss klar sein, wie man zum Erfolg kommt. Das ist gleichzeitig die Prävention vor Misserfolg: Ist nicht klar, was der Schlüssel zum Erfolg ist, kommt’s zum Misserfolg. Gefordert wird auch, sich um Informationen zu bemühen, Angebote wie etwa Sprachkurse wahrzunehmen. Bei Leuten, die ihre Pflichten nicht wahrnehmen, ihre Steuern nicht bezahlen und in finanzielle Not geraten, werden Integrationsvereinbarungen abgeschlossen. In einem Vertrag, der an die Aufenthaltsbewilligung gekoppelt ist, legen wir verbindlich fest, welche Kurse sie bis wann besuchen müssen.

Was bedeutet Integration? Ein möglichst guter Schweizer werden?

Morais: Bei der Integration geht’s darum, dass jemand unabhängig ist und arbeitet. Die Leute sollen sich hier wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich eingliedern, dabei aber ihre Kultur bewahren können. Ein Grundstein dafür ist, dass sie unsere Sprache beherrschen. Und: Um sich gesellschaftlich integrieren zu können, müssten sie auch mitreden können. Darum kämpfe ich fürs Stimm- und Wahlrecht auf kantonaler Ebene für Leute mit C-Niederlassung 1. Denn: Wer mitbestimmen kann, setzt sich viel eher mit der Gesellschaft auseinander.
Kessler: Wir haben Integration definiert als Herstellung von Chancengleichheit und Zugang zu allen Statuspositionen. Das heisst: Alle sollen nach Fähigkeiten und Leistungen beurteilt werden statt nach der Herkunft. Nach diesen Kriterien auch sollen Arbeitsstellen besetzt werden. Das ist urliberal und macht auch die Identität unseres Landes aus: Die Schweiz ist ein Land, das sich über Verfassung, Politik und demokratische Institutionen definiert. Und nicht wie andere Länder über Kultur im Sinn von Sprache und Religion. Die Schweiz ist eine hoch liberale, multikulturelle Willensnation, die nach gemeinsam festgelegten Regeln lebt. Der grosse Reichtum der Schweiz.

Welche Rolle spielt dabei die Einbürgerung?

Morais: Die SVP behauptet ja, mit der Einbürgerung sei die Integration abgeschlossen. Das ist nicht wahr. Viele Eingebürgerte haben zwar den Schweizer Pass, sind aber nicht integriert, sondern verkehren wie in einer Parallelgesellschaft nur mit ihren Landsleuten.

Wie kommt es dazu?

Kessler: Das Einbürgerungssystem hat einen gravierenden Konstruktionsfehler. Die Fristen, um sich einbürgern zu lassen, sind zu lang. Ein langer Aufenthalt in einem Land ist kein Zeichen guter Integration. Nötig sind vielmehr messbare Standards wie Sprachkompetenz, Wissen, Engagement. Hier darf die Messlatte sehr hoch sein. Die Fristen sollten möglichst kurz sein, damit Leute, die motiviert sind und sich in der Gemeinschaft engagieren, möglichst rasch eingebürgert werden können und voll mitmachen können. Für die Schweiz ein Riesengewinn. Allerdings sind solche Überlegungen heute noch nicht mehrheitsfähig.

11. November 2008

Die Bedrohung der Meere III: Was man tun kann

Wenn man sich eingehend mit dem Thema der Bedrohung der Meere beschäftigt, stellt sich zwangsläufig die Frage, was man denn dagegen tun kann. Ich selbst habe zum Beispiel in der Schule Kuchen verkauft und konnte der TURTLE FOUNDATION schliesslich eine Spende von 954.- CHF übergeben. Die TURTLE FOUNDATION ist eine staatlich anerkannte, gemeinnützige Stiftung und unterhält derzeit bedeutende Schutzprojekte für Meeresschildkröten auf den Kapverden und in Indonesien.

Auch als Verbraucher hat man eine gewisse Macht, die man im Sinne der Meere einsetzen kann und Fisch aus nachhaltiger Produktion zu kaufen und zum Beispiel auf das Sigel der WWF-Seafood-Group zu achten. Die WWF-Seafood-Group wurde 2007 vom WWF Schweiz ins Leben gerufen, unter anderem mit dem Ziel, bedrohte Fischarten zu erhalten. Mit ihrem Beitritt verpflichten sich die Detailhändler und Lieferanten, darunter auch die Migros, zur Förderung der nachhaltigen Fischerei und Fischarten und Meeresfrüchte aus überfischten Beständen aus ihrem Sortiment zu nehmen. Stattdessen werden Fische aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen und umweltgerechten Zuchten sowie MSC-Fisch aus Wildfang oder Biofisch angeboten. Die Migros hat sich zum Ziel gesetzt, schon bis im Mai 2009, nur noch Fisch aus nachhaltiger Produktion zu verkaufen. Der Marine Stewardship Council (MSC) ist eine unabhängige Organisation, die mit ihrem Namen für eine schonende und bestandserhaltende Fischerei garantiert. Der MSC wurde 1997 vom WWF und weiteren Teilnehmern als eine unabhängige, gemeinnützige Organisation gegründet. Ziel ist es, die Zukunft der Fischbestände, den Lebensraum Meer und die Existenzgrundlage von Fischern und ihren Familien langfristig zu sichern. Wichtig für die Kontrolle der MSC-Richtlinien ist die Rückverfolgbarkeit der Produkte. So kann zum Beispiel bei den Alaskalachsen anhand der Verkaufspackung eindeutig bestimmt werden, wann die Fische filetiert wurden und mit welchem Container der Transport in die Schweiz erfolgte.

Das ist natürlich nur Beispiele, es gibt viele andere Menschen, Organisationen, Verbände etc., die sich für den Schutz der Meere einsetzen. Doch leider besitzen diese zu wenig Macht um eine sofortige Wendung im Geschehen der Weltmeerespolitik zu erreichen. Diese Wendung ist aber notwendig, da sind sich Experten einig. Deswegen kommt es auf den Einzelnen an, die Macht dieser Organisationen zu verstärken.

Denn es gibt Alternativen, die eine winwin-Situation für die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft herbeiführen könnten und bei denen niemand mittel- und langfristig benachteiligt würde. Doch die Regierungen und die Fischereiindustrie wollen nicht hinhören, da sie Angst vor den kurzfristigen finanziellen Folgen haben. Wenn allerdings nichts geändert wird, wird es zu einer Entwicklung kommen, die auch den Menschen und die Fischerei in schlechte Zeiten führen wird. So muss also an den Verstand der Konsumenten, der Leute in den Regierungen und in der Fischereiindustrie appelliert werden, dem schützenswerten Wunderwerk Meer die dringend benötigte Zeit zu geben, um sich zu regenerieren.

Also: Jeder und jede kann mit seinem/ihrem Handeln etwas bewirken - im grossen wie auch im kleinen Rahmen -, man muss nur wollen! Die Links geben einige Anregungen, wo man mit seinem eigenen Verhalten, z.B. beim Einkauf, ansetzen kann.

Links:

Greenpeace Meer

WWF Meere und Küsten

WWF Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte

Turtle Foundation

Fischverkauf der Migros

30. October 2008

Die Bedrohung der Meere II: Greenpeace als Anwalt der Meere

Durch ein Interview mit Greenpeace konnte ich einen Einblick in die Arbeit einer international tätigen Umweltschutzorganisation gewinnen. Greenpeace kämpft seit 1975 für den Schutz der Meere und sieht die grösste Bedrohung in der Ausbeutung der Ozeane. Dank einer rasanten technologischen Entwicklung sind Leistungsfähigkeit, Reichweite und Stärke von Schiffen und Ausrüstung für den Raubbau an den Ozeanen so enorm gewachsen, dass die Natur es nicht mehr schafft, sich zu regenerieren. Wenn das so weitergeht, wird es weit reichende Folgen haben, sowohl für die Meeresumwelt als auch für die Menschen, die auf sie angewiesen sind. Weitere grosse Bedrohungen sind die unglaublich verschwenderischen modernen Fischereipraktiken und die Meeresverschmutzung. Durch doppelwandige Öltanker können Ölkatastrophen zumindest teilweise verhindert werden. Bis 2015 soll es auf den Weltmeeren nur noch doppelwandige Öltanker geben, sagt die Regulationsbehörde IMO (International Maritime Organization). Die Europäische Union verbietet die alten einwandigen Tanker sogar schon früher. Schlüsselprobleme, bei denen man ansetzten muss, sieht Greenpeace in der Piratenfischerei und der hohen Subventionierung des Fischfangs. Piratenfischer erzielen Fangquoten, die bereits an der Grenze des Realistischen gehalten werden. Greenpeace findet, dass das Geld welches zur Subventionierung des Fischfangs ausgegeben wird, statt dessen für die Etablierung von Meeresschutzgebieten oder für soziale und umweltschonende Maßnahmen eingesetzt werden sollte. Eine ökologisch nachhaltige und sozial verantwortliche Nutzung mit einem Netz von Meeresschutzgebieten ist unerlässlich, um die Einzigartigkeit und Artenvielfalt der Meere zu bewahren und bereits zerstörte Systeme zu regenerieren. Die Zukunft der Meere sieht nicht rosig aus, wenn sich im Fischfang nichts ändern wird, denn die Populationen schwinden durch die Überfischung in beängstigendem Tempo. Es ist nicht auszuschließen, dass noch in diesem Jahrhundert Rekordernten von Quallen die von Menschen normalerweise verzehrten Fischarten ersetzen werden. Solche Veränderungen gefährden die Meere in ihrer Struktur und Funktion. Gleichzeitig sind damit auch diejenigen bedroht, deren Lebensgrundlage immer schon das Meer gewesen ist. Doch Politiker ignorieren noch immer den Rat von Wissenschaftlern, was das richtige Management der Bestände und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Fischerei bei gefährdeten Arten angeht.

Eine sogenannte “winwin“-Situation gäbe es, wenn sich die Fischbestände durch weitläufige Schutzgebiete wieder erholen. Denn so ist schliesslich auch der Wirtschaft und der Gesellschaft gedient. Sobald nämlich die Fischbestände völlig zusammenbrechen bricht auch ein ganzer Wirtschaftszweig mit ein. Zu den Änderungsvorschlägen von Greenpeace gehören der Erhalt der Ökosysteme (Fangmethoden müssen so auf die erwünschte Fischart zugeschnitten sein, dass Beifang vermieden wird), die Bewirtschaftung soll stets nach dem Vorsorgeprinzip erfolgen (strenge Maßnahmen und Kontrollen müssen ergriffen werden, bevor ein Bestand überfischt ist), die Einführung eines Treibnetzverbotes in der Ostsee, die Reduzierung der weltweiten industriellen Fischerei um 50 Prozent, die Einrichtung von Meeresschutzgebieten zur ungestörten Entwicklung der Fischbestände, die Einführung eines strikten Fangverbotes in ökologisch sensiblen Gebieten, und viele mehr.

21. October 2008

Die Bedrohung der Meere I: Artenvielfalt in Gefahr

EURO<26-Member Nathalie Reinau beschäftigte sich in ihrer Maturarbeit mit der Bedrohung der Weltmeere. Für myrespect hat sie die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst, die wir hier im Blog in einer dreiteiligen Serie vorstellen.

«Wie und wodurch wird das Meer denn bedroht?», fragt sich vielleicht der Eine oder die Andere. Die Antwort ist einfach: Das Meer wird durch seinen einzigen Feind, den Menschen, bedroht. Mit unserem unverantwortlichen Handeln zerstören wir tagtäglich dieses einzigartige Ökosystem. Zu den Bedrohungen gehören die Verschmutzung durch Abfälle, Ölkatastrophen, die radioaktive Verseuchung, die Fischereiindustrie, die Klimaerwärmung, die Souvenirproduktion und die Besiedlung von Riffen.

Die Meeresschildkröte – um nur eines der vielen Fallbeispiele zu nennen - ist in ihren Beständen durch menschliche Einflüsse akut bedroht. Daher gilt seit Ende der achtziger Jahre ein weltweites Handelsverbot. Doch wie üblich wird auch dieses Verbot nicht überall eingehalten. So liegt laut UNEP der Wert von Schildpatt auf dem Weltmarkt heute bei ca. 5’000 Euro pro Kilogramm. Und besonders in Asien bleiben die Meeresschildkröten eine begehrte Delikatesse. Ein weiteres Vergehen liegt im Einsammeln der Eier. Zudem stehen heute an vielen Stränden, wo früher einmal Brutplätze waren, Hotelanlagen mit Bars und Liegestühlen. In den letzten Jahren ist auch der Beifang zu einer immer grösseren Bedrohung für die Meeresschildkröte geworden. So verenden Schätzungen zufolge jährlich mehr als 250′000 Tiere ungewollt als Beifang in den Netzen der Fischer. Auch die zunehmende Meeresverschmutzung gefährdet ihr Überleben. So können z.B. Lederschildkröten den im Wasser treibenden Kunststoffmüll nicht von ihrer «Leibspeise», den Quallen, unterscheiden. Immer wieder verenden sie an unverdaulichen Plastiktüten. Eine weitere Gefahr stellt der Schiffsverkehr dar. An einem der Hauptbrutgebiete, dem indischen Strand Orissa, fanden in einer einzigen Brutsaison schätzungsweise 20’000 durch Schiffsschrauben verstümmelte Tiere den Tod. Kompletten Beitrag lesen …

24. September 2008

Swiss Olympic-Direktor Giger im Interview

Es gibt wieder eine neue Ausgabe des myrespect-Podcast. Diesmal zum aktuellen Themenschwerpunkt «Körper und Geist». Wir sprachen mit Marc-André Giger, dem Direktor von Swiss Olympic, über die Olympischen Spiele und Werte, was Sport einem über eine gute Kondition hinaus bringen kann und über die im Oktober 2008 stattfindende Youth Sport Session.

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